Informationen:

Stummfilmtage in Bonn 2011 und 2012 mit Zuschüssen – Zukunft ungewiss.

Seit Jahren kämpft das Bonner Sommerkino und im besonderen die Internationalen Stummfilmtage, um die Existenz. Gute Nachrichten gibt es für dieses und kommendes Jahr, aber langfristig ist die Finanzierung nicht gesichert. Die Macher haben letzte Woche in einer Pressmitteilung folgendes bekanntgegeben.

Kürzlich wurde mit der sogenannten Giftliste der Vorschlag des Kulturamtes zu den städtischen Zuschüssen an freie Träger in Bonn für das laufende und das nächste Jahr veröffentlicht. Die Internationalen Stummfilmtage Bonn – Bonner Sommerkino sollen diesem Vorschlag gemäß 2011 und 2012 Zuschüsse von jährlich € 40.000, also in ungekürzter Höhe, erhalten – ein positives Signal für ein Festival mit überregionaler Ausstrahlung, das seit fast drei Jahrzehnten einem ausgesprochen heterogenen Publikum bei freiem Eintritt filmisches Erbe vermittelt. So weit, so gut. Wäre da nicht die Tatsache, dass für den Veranstalter eben dieses Festivals, den Förderverein Filmkultur Bonn, in derselben Liste Kürzungen in Höhe von 20 % vorgeschlagen werden. Der Verein, der zurzeit mit dem absoluten Minimum an finanziellen Mitteln agiert, könnte eine derartige Kürzung nicht verkraften, seine Arbeit nicht fortsetzen. Und damit bleibt auch die Zukunft der Stummfilmtage vorerst ungewiss.

Besondere Situationen erfordern bekanntlich besondere Maßnahmen – daher freut es die Festivalmacher angesichts der unsicheren Lage umso mehr, dass es Kurator Stefan Drößler nicht nur ein weiteres Mal gelungen ist, ein spannendes und vielseitiges Programm aus Premieren, Wiederentdeckungen und Klassikern zusammenzustellen, das in Kürze auf www.film-ist-kultur.de zu finden sein wird.

Darüber hinaus wird eine neue Form der Kooperation der Stummfilmtage mit dem Beethovenfest Bonn das Programm bereichern: Wie Ilona Schmiel und Sigrid Limprecht am vergangenen Donnerstag bereits in einer Pressekonferenz mitteilten, wird ein eigens ausgelobter Preis die beste live-musikalische Begleitung eines Stummfilms während des Festivals auszeichnen. Eine Jury aus Lena Geisen vom Beethovenfest, Stefan Drößler und Felicitas Kleiner von der Zeitschrift film-dienst wird den mit € 1.500 dotierten und einem Konzert im Rahmen des Beethovenfestes verknüpften Preis vergeben. Zudem soll ein weiterer, mit € 500 dotierter Preis dem Publikum ermöglichen, ebenfalls seinen Favoriten zu küren. Mit dieser neuen Initiative soll endlich, so Ilona Schmiel, die große Virtuosität der Stummfilmmusiker, die leider oft nur in Expertenkreisen bekannt sind, gebührend gewürdigt werden.

In Kürze erscheint das Programm der diesjährigen Stummfilmtage (Kultur-Magazin.de wird Sie informieren), die diesmal im August ohne Konkurrenz eines sportlichen Großevents im Fernsehen stattfinden werden.


  Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Bisher keine Kommentare.

Einen Kommentar hinzufügen

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar zu posten.

Der Kultur-Magazin Newsletter

Hildegard Knef - Neue biografische Enthüllungen der letzten Tage

Keine deutsche Künstlerin in den letzten fünfzig Jahren wurde von den Medien derart kaltherzig gejagt und gnadenlos bloßgestellt wie Hildegard Knef: Umso erstaunlicher ist es, dass diese Schriftstellerin, Sängerin und Schauspielerin in ihren schwersten Jahren in Bezug auf Image und Gesundheit sich gerade einem Illustriertenredakteur grenzenlos anvertraute. In einer sensibel verfassten und dabei ergreifenden, aufrüttelten Beschreibung – soeben auf die Shortlist des Health Media Award 2011 gewählt - gelingt dem früheren Geschäftsführenden Redakteur der Zeitschrift BUNTE, Imre Kusztrich, jetzt ein Porträt der Künstlerin aus einem Blickwinkel, der bisher fehlte: Sein Buch „Ich bin kein Mannequin für Krebs – Reden, fühlen, zittern mit Hildegard Knef“ beschreibt eine von Krankheit und Schmerz geplagte, von Zweifeln belastete und von Zukunftsängsten gezeichnete Frau – auf sich allein gestellt in dem Bestreben, die Familie zu ernähren, ihre Fans zu begeistern und gleichzeitig der Öffentlichkeit ihren wahren gesundheitlichen Zustand zu verbergen.

Ein großes Kapitel der Musikgeschichte ist abgeschlossen: R.E.M. geben Auflösung bekannt.

R.E.M. haben 31 Jahre lang große Musikgeschichte geschrieben. Die einstige Indie-Band, seit 1997 nur noch ein Trio, war mit Hits wie "Loosing My Religion" oder "Everybody Hurts" einst die bestbezahlteste Band der Welt. Eine der ganz wenigen Größen, die die grössten Stadien der Welt füllen können. Heute haben R.E.M. offiziell ihre Trennung bekannt gegeben... : "I hope our fans realize this wasn't an easy decision; but all things must end, and we wanted to do it right, to do it our way. "We have to thank all the people who helped us be R.E.M. for these 31 years; our deepest gratitude to those who allowed us to do this. It's been amazing."

WDR Jazzpreis 2011 geht an Pablo Held und Niels Klein

Die Gewinner des WDR Jazzpreises 2011 stehen fest. In der Kategorie „Jazz Improvisation“ entschied sich die Jury für den in Köln lebenden Pianisten Pablo Held. In der Kategorie „Jazz Komposition“ geht der Preis an Jazzmusiker Niels Klein. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Den Preis für den „Jazz Nachwuchs NRW“ erhält die Big Band der Fachhochschule Düsseldorf. Der Ehrenpreis des WDR Jazzpreises wird in diesem Jahr für besondere Verdienste der Hochschulausbildung NRW vergeben. Preisträger sind die Jazz-Studiengänge der Musikhochschulen in Köln und Essen.

Die Einsamkeit der Ameise: Eine poetische Reportage aus Japan von Luise Aedtner

Die Münchner Fotografin Luise Aedtner präsentiert ab September Bilder ihrer poetischen Reportage aus Japan bei der online-Galerie platform. Aedtner ist im Jahr 2010 zwei Monate quer durch Japan gereist. Dort lernt sie die japanische Kultur in der Stadt und auf dem Land kennen. Und sie stellt fest: Japaner sind ein wenig wie Ameisen in einem riesigen Ameisenhaufen. Alles ist quirlig, alles wuselt herum. Wenn man aber den Blick auf die einzelne „Ameise“ lenkt, dann wirkt sie einsam, fast melancholisch.

Zehn Jahre danach: Rosinenbomber über Kabul

Dieser Essay erschien im Kultur-Magazin am 20.09.2001, neun Tage nach den Terroranschlägen in den USA. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die unkoordinierten Aussagen und Nachrichten schon ein wenig objektiver Berichterstattung untergeordnet. Aus heutiger Sicht würde ich einige Passagen nicht mehr so schreiben. Man merkt eben schon noch die Ahnung, wie sehr sich die Welt verändern würde. Die wichtigsten Diskussionen sind bis heute nicht abgeschlossen und die wichtigsten Fragen immer noch nicht beantwortet. Das Leitmotiv in diesem Artikel, nämlich Menschen "erobern" mit einem vermeintlichen Freiheitsgedanken erobern zu wollen, ist immer noch aktuell. So auch die Gründe, für ein Scheitern dieser Idee...

Das Böse im Film gebannt - Hymne und Verriss

Es ist mal wieder Zeit für einige Filmkritiken. Ich habe mir zwei relativ aktuelle Filme herausgesucht. Der eine ein Meisterwerk in meinen Augen, der andere masslos enttäuschend. Ob man beide Filme überhaupt miteinander vergleichen kann? Ja, "Black Swan" und "There Will Be Blood" lassen sich vergleichen. Sie sind nicht nur durch ihre Besetzung in der Oberliga Hollywoods anzusiedeln, sondern auch durch ihr Thema. Beide behandeln "Das Böse" und versuchen, es bildhaft darzustellen. Bei "Black Swan" ist dies vollends misslungen - "There Will Be Blood" hingegen lässt sich kaum überbieten.

Amy Winehouse - Ein Nachruf.

Der sogenannte "Klub 27" hat ein neues Mitglied: Amy Winehouse. Ihr Schicksal war absehbar und vielleicht gerade deswegen sind die Tatsachen besonders betrüblich. Selbst für einen wie mich, der mit R´n B, Soul, eben der Stilmischung, mit der Amy Winehouse bekannt geworden ist, eigentlich gar nichts anfangen kann. Legenden sind nicht nur unverwechselbar - das ist im Grunde jeder Künstler. Legenden sind nicht nur einzigartig in dem, was sie tun - das ist streng genommen jeder Mensch in seiner Welt. Legenden sind nicht nur stilbildend - ein Stil löst sich von dem Menschen selbst und kommt ohne ihn aus. Legenden sind alles zugleich und nicht kopierbar. Niemand wird jemals wieder Gitarre spielen wie Jimi Hendrix. Niemals wieder wird es so eine Sängerin geben.

Mark Knopfler und Bob Dylan gemeinsam auf Deutschlandtournee im Oktober

Zwei absolute Klassiker der Popgeschichte gehen zusammen auf Tour: Bob Dylan und Mark Knopfler werden im Oktober und November acht Konzerte in Deutschland geben. Der Vorverkauf für acht Konzerte in Deutschland hat soeben begonnen.