Es ist jetzt zwanzig Jahre her, dass ein Album einer Band aus Seattle die Musikwelt veränderte. Nirvanas NEVERMIND und besonders die Single SMELLS LIKE TEEN SPIRIT dürften einen großen Teil der damals jungen Erwachsenen aus einer gewissen Lethargie befreit haben. Denn Anfang der 90er Jahre war die Zeit reif für eine kleine Revolution in der Musikwelt – seit dem Punk in den ausgehenden 70er Jahren, hatte die Welt auf so etwas gewartet. Jetzt erscheint NEVERMIND als Deluxe-Edition mit vielen Extras. Pünktlich zum 20. Jahrestag des Releases.
Von Peter Killert
Ich kann mich noch ziemlich genau an meine erste, bewusste Begegnung mit SMELLS LIKE TEEN SPIRIT erinnern. Ich war damals 17, engagierte mich in der örtlichen Kirchengemeinde und war gerade dabei, das Programm für meine Jugend-Gruppe zusammenzustellen, da fragte mich der langhaarige Zivi der Kirchengemeinde, der mit Iron Maiden Shirts und auch sonst recht abgefahrenem Äußeren die Toleranz der Seniorengruppe regelmäßig auf die Probe stellte, ob ich von dieser neuen Musikrichtung aus USA und von NIRVANA schon was gehört hätte. Ich verneinte das und im Nachhinein bewunderte ich die beinahe prophetischen Eingaben meines christlichen Bruders im Geiste
Es dauerte nämlich noch mehrere Wochen, bis SMELLS LIKE TEEN SPIRIT das erste Mal auf MTV lief.
Dann war es eine der Feten, auf denen der Song das erste Mal lief – und es war wirklich eine Offenbarung. Da steckte eine Message dahinter, die Musik war einfach und genial und die Typen sahen aus, wie man selbst, nur cooler.
Schließlich stellte man sich vor, man sei es selbst, der sich am Kronleuchter zu COME AS YOU ARE durch die angeblich so triste Welt manövrierte, inspiriert durch das zweite Video zu NEVERMIND. Und wenn man richtig wütend war, dann reichten etwas mehr als 2:30 Minuten – TERRITORIAL PISSINGS, der Wutausbruch auf NEVERMIND hilft unnachahmlich, Aggressionen nachhaltig abzubauen.
Ich bin ja auch der Meinung, dass das zweite Album IN UTERO von NIRVANA genauso gut ist, wie NEVERMIND. IN UTERO hätte den gleichen Stellenwert wie NEVERMIND gehabt. Damit sind wir auch schon beim Hauptproblem: die zerrissenen Jeans wurden zu einer gestylten Marke, Grunge wurde Mainstream und die Ikonen starben weg, wie die Fliegen. Am Ende, knapp drei Jahre nach NEVERMIND, war Schluß – wir kennen das Ende. Auf KURT COBAIN lässt sich diese Musikrichtung zurückführen.
Zu NEVERMIND erscheint im September eine Deluxe-Edition. Der NIRVANA Ausverkauf geht weiter. Für den Fan aber mit neuem Material, dass hoch interessant ist. Der wahre Fan besitzt bereits WHERE THE LIGHTS OUT, eine Sammlung mit drei CDs und einer DVD – darauf unter anderem die allersten Demo-Aufnahmen von NIRVANA und Privatvideos der Band beim jammen – auch die allererste Performance von SMELLS LIKE TEEN SPIRIT, einige Wochen vor der Videopremiere auf MTV, ist darauf enthalten. Diese Deluxe Edition von NERVERMIND umfasst eine remasterte Version des Albums, der B-Seiten, Aufnahmen bei der BBC, ein Buch mit bisher unveröffentlichten Fotos und vieles mehr. Angeblich werden auch zwei neue, unveröffentlichte Songs enthalten sein. Musikalisch also nicht sehr viel neues – aber vermutlich viel neues Futter, um in diese Zeit nochmal abzutauchen.
Ich sehe ja dieses GENERATION X Lebensgefühl mittlerweile einigermassen kritisch – viele Ansätze des Denkens von damals aber nochmal zu erleben und damit auch ein Stück näher bei den eigenen Wurzeln zu sein – das ist Nostalgie und ein bisschen Mehr. Ein lohnenswerter Rückblick, ganz persönlich und durchaus kritisch. Die Musik jedenfalls ist genial. Whatever. Nevermind.
SMELLS LIKE TEEN SPIRIT – Das Originalvideo
Ob der Preis so bleiben wird? – Scheint mir etwas teuer zu sein (habe heute beim Label nachgefragt, Antwort hier in Kürze):
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Keine deutsche Künstlerin in den letzten fünfzig Jahren wurde von den Medien derart kaltherzig gejagt und gnadenlos bloßgestellt wie Hildegard Knef: Umso erstaunlicher ist es, dass diese Schriftstellerin, Sängerin und Schauspielerin in ihren schwersten Jahren in Bezug auf Image und Gesundheit sich gerade einem Illustriertenredakteur grenzenlos anvertraute. In einer sensibel verfassten und dabei ergreifenden, aufrüttelten Beschreibung – soeben auf die Shortlist des Health Media Award 2011 gewählt - gelingt dem früheren Geschäftsführenden Redakteur der Zeitschrift BUNTE, Imre Kusztrich, jetzt ein Porträt der Künstlerin aus einem Blickwinkel, der bisher fehlte: Sein Buch „Ich bin kein Mannequin für Krebs – Reden, fühlen, zittern mit Hildegard Knef“ beschreibt eine von Krankheit und Schmerz geplagte, von Zweifeln belastete und von Zukunftsängsten gezeichnete Frau – auf sich allein gestellt in dem Bestreben, die Familie zu ernähren, ihre Fans zu begeistern und gleichzeitig der Öffentlichkeit ihren wahren gesundheitlichen Zustand zu verbergen.
R.E.M. haben 31 Jahre lang große Musikgeschichte geschrieben. Die einstige Indie-Band, seit 1997 nur noch ein Trio, war mit Hits wie "Loosing My Religion" oder "Everybody Hurts" einst die bestbezahlteste Band der Welt. Eine der ganz wenigen Größen, die die grössten Stadien der Welt füllen können. Heute haben R.E.M. offiziell ihre Trennung bekannt gegeben... : "I hope our fans realize this wasn't an easy decision; but all things must end, and we wanted to do it right, to do it our way. "We have to thank all the people who helped us be R.E.M. for these 31 years; our deepest gratitude to those who allowed us to do this. It's been amazing."
Die Gewinner des WDR Jazzpreises 2011 stehen fest. In der Kategorie „Jazz Improvisation“ entschied sich die Jury für den in Köln lebenden Pianisten Pablo Held. In der Kategorie „Jazz Komposition“ geht der Preis an Jazzmusiker Niels Klein. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Den Preis für den „Jazz Nachwuchs NRW“ erhält die Big Band der Fachhochschule Düsseldorf. Der Ehrenpreis des WDR Jazzpreises wird in diesem Jahr für besondere Verdienste der Hochschulausbildung NRW vergeben. Preisträger sind die Jazz-Studiengänge der Musikhochschulen in Köln und Essen.
Die Münchner Fotografin Luise Aedtner präsentiert ab September Bilder ihrer poetischen Reportage aus Japan bei der online-Galerie platform. Aedtner ist im Jahr 2010 zwei Monate quer durch Japan gereist. Dort lernt sie die japanische Kultur in der Stadt und auf dem Land kennen. Und sie stellt fest: Japaner sind ein wenig wie Ameisen in einem riesigen Ameisenhaufen. Alles ist quirlig, alles wuselt herum. Wenn man aber den Blick auf die einzelne „Ameise“ lenkt, dann wirkt sie einsam, fast melancholisch.
Dieser Essay erschien im Kultur-Magazin am 20.09.2001, neun Tage nach den Terroranschlägen in den USA. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die unkoordinierten Aussagen und Nachrichten schon ein wenig objektiver Berichterstattung untergeordnet. Aus heutiger Sicht würde ich einige Passagen nicht mehr so schreiben. Man merkt eben schon noch die Ahnung, wie sehr sich die Welt verändern würde. Die wichtigsten Diskussionen sind bis heute nicht abgeschlossen und die wichtigsten Fragen immer noch nicht beantwortet. Das Leitmotiv in diesem Artikel, nämlich Menschen "erobern" mit einem vermeintlichen Freiheitsgedanken erobern zu wollen, ist immer noch aktuell. So auch die Gründe, für ein Scheitern dieser Idee...
Es ist mal wieder Zeit für einige Filmkritiken. Ich habe mir zwei relativ aktuelle Filme herausgesucht. Der eine ein Meisterwerk in meinen Augen, der andere masslos enttäuschend. Ob man beide Filme überhaupt miteinander vergleichen kann? Ja, "Black Swan" und "There Will Be Blood" lassen sich vergleichen. Sie sind nicht nur durch ihre Besetzung in der Oberliga Hollywoods anzusiedeln, sondern auch durch ihr Thema. Beide behandeln "Das Böse" und versuchen, es bildhaft darzustellen. Bei "Black Swan" ist dies vollends misslungen - "There Will Be Blood" hingegen lässt sich kaum überbieten.
Der sogenannte "Klub 27" hat ein neues Mitglied: Amy Winehouse. Ihr Schicksal war absehbar und vielleicht gerade deswegen sind die Tatsachen besonders betrüblich. Selbst für einen wie mich, der mit R´n B, Soul, eben der Stilmischung, mit der Amy Winehouse bekannt geworden ist, eigentlich gar nichts anfangen kann. Legenden sind nicht nur unverwechselbar - das ist im Grunde jeder Künstler. Legenden sind nicht nur einzigartig in dem, was sie tun - das ist streng genommen jeder Mensch in seiner Welt. Legenden sind nicht nur stilbildend - ein Stil löst sich von dem Menschen selbst und kommt ohne ihn aus. Legenden sind alles zugleich und nicht kopierbar. Niemand wird jemals wieder Gitarre spielen wie Jimi Hendrix. Niemals wieder wird es so eine Sängerin geben.
Zwei absolute Klassiker der Popgeschichte gehen zusammen auf Tour: Bob Dylan und Mark Knopfler werden im Oktober und November acht Konzerte in Deutschland geben. Der Vorverkauf für acht Konzerte in Deutschland hat soeben begonnen.