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Hildegard Knef – Neue biografische Enthüllungen der letzten Tage

Keine deutsche Künstlerin in den letzten fünfzig Jahren wurde von den Medien derart kaltherzig gejagt und gnadenlos bloßgestellt wie Hildegard Knef: Umso erstaunlicher ist es, dass diese Schriftstellerin, Sängerin und Schauspielerin in ihren schwersten Jahren in Bezug auf Image und Gesundheit sich gerade einem Illustriertenredakteur grenzenlos anvertraute.

In einer sensibel verfassten und dabei ergreifenden, aufrüttelten Beschreibung – soeben auf die Shortlist des Health Media Award 2011 gewählt – gelingt dem früheren Geschäftsführenden Redakteur der Zeitschrift BUNTE, Imre Kusztrich, jetzt ein Porträt der Künstlerin aus einem Blickwinkel, der bisher fehlte: Sein Buch „Ich bin kein Mannequin für Krebs – Reden, fühlen, zittern mit Hildegard Knef“ beschreibt eine von Krankheit und Schmerz geplagte, von Zweifeln belastete und von Zukunftsängsten gezeichnete Frau – auf sich allein gestellt in dem Bestreben, die Familie zu ernähren, ihre Fans zu begeistern und gleichzeitig der Öffentlichkeit ihren wahren gesundheitlichen Zustand zu verbergen. Während sie versuchte, einen hohen Lebensstandard zu finanzieren, und während es ihr sehnlichster Wunsch war, für ihre Tochter noch so lange ansehnlich zu bleiben, bis Tinta dreißig ist, drangen aus ihrem unmittelbaren Umfeld und direkt aus der Mietvilla im Berliner Grunewald immer wieder persönliche Informationen an die Öffentlichkeit, die sie zu Recht als bereits berufsschädigend einstufte. In dieser schwierigen Lage beriet sie sich in zahllosen Telefonaten und regelmäßigen Begegnungen mit ihrem Vertragspartner im Burda-Verlag, dessen namhafteste Autorin sie damals war – rückte Falschmeldungen zurecht und suchte nach Wegen, ihr Ansehen in der Öffentlichkeit zu reparieren.

Dabei entstanden Interviews, bei denen kaum ein Thema ausgeklammert werden konnte: die skandalumwitterte Gesichtsoperation, ihre Ehe mit einem um vierzehn Jahre Jüngeren, die Ängste um die Tochter, die ständigen Probleme jedes Kunstschaffenden und der nackte Kampf ums Überleben. Eine besondere Rolle fiel ihrer medizinisch begründeten Abhängigkeit von Medikamenten gegen Schmerzen, gegen Schlafstörungen und zur Beeinflussung ihrer Stimmungslage zu. Der Autor, der Hildegard Knef in Berlin, München, Frankfurt, Bern, Hockenheim und Hollywood sowie in vier Wohnungen erlebte, hatte einmal sogar verschreibungspflichtige Medikamente für sie im Gepäck, als er mit der Künstlerin in den Vereinigten Staaten zusammentraf. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Entscheidung Hildegard Knefs zu ihrem Facelifting – und zum schwierigen Umgang damit, als die Öffentlichkeit aus einer acht Zentimeter-Schlagzeile der BILD-Zeitung erfuhr: „Hildegard Knef: Neues Gesicht. 18.000 Mark!“ An einem kalten Dezembermorgen fuhr Imre Kusztrich die Künstlerin in seinem Wagen vom Luxushotel in Lausanne direkt zur Klinik des Schönheitschirurgen. Und Stunden später sah er die frisch operierte Patientin im selben Augenblick wie ihr Mann Paul von Schell – ein Anblick, den keiner so schnell vergisst. Literaturkritiker Professor Hellmuth Karasek, der das Manuskript vorab las, bescheinigte dem Autor: „das ich mit großem Interesse und wachsender Zuneigung gelesen habe. Sie waren der Knef doch in ihrer bunten Zeit sehr nahe und bringen das sehr schön und ohne falsche Schlüsselloch-Neugier zum Ausdruck.“

Und wie urteilt Imre Kusztrich über diese Künstlerin? Zitat: „Gegen Ende eines unserer Gespräche wollte ich sie aufmuntern. Ich gab ihr ein Versprechen. Ich sagte: ‚Aber jetzt hören wir nicht mit etwas Tragischem auf. Hilde, wenn du Virginia Woolf spielst, dann komme ich zur Premiere. Ich verspreche es dir.‘
Hildegard Knef hatte eine andere Idee: ‚Komm’ in der dritten Vorstellung! Ich bin in der Premiere immer schlecht. Mein ganzes Leben war ich in der Premiere nie wie in der dritten Vorstellung. Bei meiner Premiere war ich immer so nervös, dass bestimmt etwas herunterfiel. Ich habe immer auch gesagt: Wenn ich doch die Premiere ohne Publikum machen könnte!‘

So gesehen, hat sie auf Anhieb ihr Leben doch ganz gut hingekriegt.“

Weitere Infos finden Sie hier: www.LuuBooks.de


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