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RUSH – Alles für den Sieg

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Das Leben des Niki Lauda

Manchmal fragt man sich, warum dieser Stoff nicht schon viel früher verfilmt wurde. Er hat alles was einen spannenden Film ausmacht – vielleicht haben die guten Schauspieler gefehlt oder der Mut, die eine noch lebende Person anzusprechen. Niki Lauda soll ja angeblich ein wenig abweisend sein. Egal – der Film wurde fertiggestellt und nach dem großen Erfolg in den Kinos gibt es “RUSH” jetzt auf DVD/BluRay – zu sehen sind zwei grandiose Protagonisten in dem vielleicht besten Spielfilm über Rennfahrer, den es je gegeben hat.

Die ersten Kritiker waren durchweg begeistert und sahen den Oscar schon in den Händen von Daniel Brühl. Aber Brühl steht noch am Anfang seiner internationalen Karriere. Außer in RUSH war sein zweiter größerer Auftritt in INGLORIUOS BASTARDS – ein Achtungserfolg.

Die Verkörperung von Niki Lauda jedoch ist phänomenal gut. Da stimmt wirklich alles. Der ernste Blick eines Tüftlers, eines Bessenen, der für seine Leidenschaft beinahe mit dem Leben bezahlen muss – Brühl hat Lauda wirklich verinnerlicht.

Der andere Protagonist, der Formel-1 Playboy James Hunt, gespielt von Chris Hemsworth (“THOR”) ist in den Jahren 1975/76 der großen Gegenspieler von Niki Lauda in der Formel Eins. Beide kennen sich aus den Rennklassen unterhalb der Formel Eins und wissen um die Stärken und Schwächen des Anderen. Lauda, der seine Mitarbeiter dazu antreibt, das Beste aus dem Wagen herauszuholen, hat nicht viele Freunde. Hunt hingegen nimmt den Job nicht so ernst – Frauen, Zigaretten und Alkohol sind ihm wichtiger. Über beiden schwebt das Damoklesschwert der Gefahr. In den 70er Jahren stirbt jedes Jahr mindestens ein Formel Eins Rennfahrer bei einem Unfall.

1975 dominiert Lauda mit Ferrari die Weltmeisterschaft und gwinnt diese souverän. 1976 hat er in Hunt einen großen Konkurrenten bei McLaren, dem einzigen Auto, das mit dem Ferrari mithalten kann. Aber auch diese Saison scheint Lauda zu dominieren. Er gewinnt ein Rennen nach dem anderen. Auch die Achtungserfolge von Hunt scheinen ihn nicht zu irritieren.

Aber im August 1976 passiert auf dem Nürburgring beim Großen Preis von Deutschland ein schrecklicher Unfall, für den auch Hunt sich später mitverantwortlich fühlt. Lauda hatte die Fahrer überreden wollen, das Rennen wegen des schlechten Wetters abzusagen. Aber Hunt denkt gar nicht daran, Lauda entgegenzukommen. Er wittert eine Taktik damit Lauda schneller zum zweiten Weltmeistertitel gelangt. Lauda fährt schliesslich das Rennen mit und gerät in einen furchtbaren Unfall. Über eine Minute ist er in seinem brennenden Auto gefangen. Nicht nur sein Gesicht ist für immer entstellt – lange Zeit sieht es so aus, als würde er nicht überleben. Als er aber sehen muss, wie Hunt seine Abwesenheit nutzt, um ein Rennen nach dem anderen zu gewinnen, da packt ihn der Überlebenswille. Gegen Ende der Saison ist er wieder da.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind Hunt und Lauda Freunde. Als ein Journalist Lauda bei einer Pressekonferenz fragt, wie lange es seine Frau bei einem Mann ohne Gesicht aushalten werde, da schnappt sich Hunt den Reporter anschliessend und poliert ihm die Visage. Nach allem, was ich recherchiert habe, stimmt dies, wie auch fast alles andere in dem Film, mit der Realität exakt überein.

Die Bilder der Autorennen sind absolut genial. Die 70er werden perfekt eingefangen – es ist eine längst vergangene Zeit, bei der Formel Eins Rennen jederzeit tödlich ausgehen konnten. Niki Lauda war von dem Film sehr angetan. Das hat er in mehreren Interviews gesagt. Was James Hunt zu dem Film gesagt hätte, kann man nur erahnen. Hunt starb 1993 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.

Interview der ORF mit Daniel Brühl, Niki Lauda und dem Drehbuchautor Peter Morgan: